Wie wird verpackt?
Kurz gesagt: Wir verpacken Wirbellose und Pflanzen nicht nach Schema F, sondern täglich nach Wetterlage und je nach Art. Ziel ist immer das gleiche: Temperaturschwankungen abfedern und Transportschäden vermeiden. Unten finden Sie die Details zu den wichtigsten Punkten, die Kunden am häufigsten interessieren.
Tierversand (Wirbellose)
Für die meisten Kunden reicht das als Überblick: Wir kombinieren je nach Wetterlage passende Temperaturpuffer, Isolierung und (wenn sinnvoll) Heatpacks. Der Packaufbau ist so gewählt, dass die Sendung unterwegs stabil bleibt und die Tiere bestmöglich geschützt sind. Die Details zu den häufigsten Fragen finden Sie in den Punkten unten.
Warum gibt es keine Einheitsverpackung?
Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Wetterlage deutlich: Kälte, Hitze und Übergangswetter verlangen unterschiedliche Puffer und Isolationskonzepte. Zusätzlich wird der Packaufbau an die jeweilige Tierart angepasst, damit Transport, Temperatur und Schutz optimal zusammenpassen. Deshalb wird täglich entschieden und nicht starr nach einem festen Schema verpackt.
Temperaturpuffer durch Wasser (im Beutel oder separat)
Wasser ist ein sehr guter Temperaturpuffer. Mehr Wasservolumen ändert die Temperatur langsamer als wenig Wasser (ein kleines Volumen kühlt/erwärmt deutlich schneller als ein großes). Je nach Wetterlage kann der Temperaturpuffer entweder über mehr Wasser im Transportbeutel erfolgen oder über einen zusätzlichen separaten Wasserbeutel.
Zusätzlicher Wasserbeutel bei starkem Frost (50–60 °C)
Bei starkem Frost kann ein separater Wasserbeutel als Wärmespeicher eingesetzt werden. Das Wasser wird beim Packen bewusst temperiert (ca. 50–60 °C). Dadurch bleibt die Temperatur im Paket länger stabil, weil das Wasser die Wärme speichert und langsamer abgibt als reine Luft. Ob das eingesetzt wird, hängt von Temperatur, Versandlaufzeit und Tierart ab.
Heatpack: warum Sauerstoff entscheidend ist
Heatpacks funktionieren nur bei ausreichender Sauerstoffzufuhr. In komplett luftdichten Systemen kann ein Heatpack unterwegs ausgehen – die Sendung kühlt dann auf dem Transport aus und das Heatpack kann später (z. B. erst bei Ihnen zu Hause) wieder anlaufen. Genau das verhindern wir durch einen Packaufbau, der die Sauerstoffversorgung während des Transports sicherstellt.
Warum das Heatpack nicht festgeklebt oder festgezurrt wird
Ein Heatpack darf nicht luftdicht abgeschottet oder fest fixiert werden. Es muss Luft bekommen und die Reaktion muss stabil ablaufen. Darum wird es so eingelegt, dass es nicht “erstickt” und zuverlässig durchläuft. Gleichzeitig wird es so platziert, dass keine punktuelle Hitze direkt auf den Transportbeutel wirkt.
Luftpolsterfolie: Isolierung, Stoßschutz und Feuchtemanagement
Die Transportbeutel werden mehrfach mit Luftpolsterfolie umschlagen. Das bringt einen hohen Isolationswert, schützt vor Stößen und reduziert punktuelle Kälte-/Wärmeeinwirkung. Zusätzlich wird die Luftpolsterfolie so angebracht, dass mögliches Kapillarwasser aufgefangen wird, damit der Außenkarton nicht durchnässt.
Warum stabile Kartons bewusst Teil des Systems sind
Wir nutzen stabile Kartons, weil sie mechanisch schützen und gleichzeitig den Aufbau so ermöglichen, dass Heatpacks während des Transports Sauerstoff bekommen können. Das Ziel ist nicht “möglichst luftdicht”, sondern ein stabiler, funktionaler Aufbau im Zusammenspiel aus Isolierung, Temperaturpuffer und Heatpack.
Express: warum empfohlen und wann zwingend
Express reduziert Standzeiten und Risiken deutlich und ist bei Wirbellosen grundsätzlich empfohlen. Eine Lebendankunftgarantie bieten wir nur bei Express-Versand. Manche Tierarten sind zwingend auf Express angewiesen; das wird jeweils am Artikel klar ausgewiesen.
Pflanzenversand
Auch Pflanzen werden je nach Art und Wetterlage unterschiedlich verpackt: je nach Bedarf feucht, zusätzlich geschützt oder (bei Extremtemperaturen) mit Wasser als Temperaturpuffer. Die Details zu den häufigsten Fragen finden Sie in den Punkten unten.
Grundprinzip: Transporttüte und Stabilität
Pflanzen werden in Transporttüten versendet. Je nach Pflanze und Druckempfindlichkeit werden diese Tüten prall (stabil) oder entsprechend geschützt verpackt, damit die Pflanzen beim Transport nicht gequetscht werden und in Form bleiben. Deshalb ist die Verpackung nicht bei jeder Pflanze identisch.
Feuchtversand vs. Versand im Wasser
Je nach Wetterlage versenden wir Pflanzen entweder feucht oder im Wasser. Wasser kann bei Extremtemperaturen als Temperaturpuffer wirken. Der konkrete Aufbau ist art- und temperaturabhängig.
Zusätzlicher Schutz (z. B. Luftpolsterfolie)
Je nach Pflanzenart wird zusätzlicher mechanischer Schutz eingesetzt, um Druckstellen und Quetschungen zu vermeiden. Das kann z. B. eine zusätzliche Polsterung oder eine stabilisierte Lage im Paket sein.
InVitro: warum und wie (Becher, Umhüllung, Temperaturpuffer)
InVitro-Pflanzen können bei Extremtemperaturen ebenfalls mit einem Wasserpuffer versendet werden. In diesem Fall werden die Becher zusätzlich so ummantelt, dass kein Wasser in den Becher eindringen kann. Ziel ist eine stabilere Temperatur während des Transports, ohne dass Wasser in den Becher gelangt – und natürlich ohne die Pflanze zu beeinträchtigen.